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Ameisen erkennen und richtig einordnen

Ameisen gehören zu den häufigsten Insekten rund um Haus und Garten. Im Freien sind sie ein natürlicher Bestandteil des Ökosystems. Treten sie jedoch regelmäßig in Wohnräumen, Küchen, Vorratsbereichen oder gewerblich genutzten Gebäuden auf, kann sich eine Kolonie in der näheren Umgebung befinden.

Besonders auffällig sind wiederkehrende Laufwege und sogenannte Ameisenstraßen. Um einen möglichen Ameisenbefall richtig einzuschätzen, ist es wichtig, die Tiere, ihre Laufwege und mögliche Nestbereiche genauer zu betrachten.

Ameisen im Überblick​

Je nach Art können sich Ameisen in Größe, Farbe, Lebensweise und bevorzugtem Neststandort deutlich unterscheiden. Einige Arten leben ausschließlich im Freien, während andere auch innerhalb oder unmittelbar an Gebäuden auftreten können.
Makroaufnahme verschiedener Ameisen auf Rinde
  • Größe: je nach Art wenige Millimeter bis über 1 cm
  • Farbe: schwarz, braun, gelblich bis rötlich
  • Erkennungsmerkmale: gegliederter Körper, schmale Taille und geknickte Fühler
  • Typische Anzeichen: Ameisenstraßen und regelmäßig auftretende Arbeiterinnen
  • Häufige Fundorte: Gärten, Terrassen, Pflasterflächen, Fugen, Küchen und Vorratsbereiche
  • Lebensweise: soziale Insekten, die in organisierten Kolonien mit Königinnen und Arbeiterinnen leben
  • Neststandorte: je nach Art im Boden, unter Steinen, Pflasterflächen oder in geschützten Hohlräumen

Woran erkennt man Ameisen?​

Ameisen besitzen einen deutlich gegliederten Körper mit Kopf, Brustbereich und Hinterleib. Charakteristisch sind die geknickten Fühler sowie die schmale Verbindung zwischen Brust und Hinterleib. Größe und Färbung unterscheiden sich abhängig von der jeweiligen Ameisenart.

Die Arbeiterinnen einer Kolonie sind normalerweise flügellos. Zu bestimmten Zeiten können jedoch auch geflügelte Ameisen auftreten. Dabei handelt es sich um fortpflanzungsfähige Tiere, die das Nest verlassen können, um neue Kolonien zu gründen.

Werden nur einzelne Ameisen im Haus entdeckt, muss dies noch nicht bedeuten, dass sich dort ein Nest befindet. Treten die Tiere dagegen regelmäßig und entlang derselben Wege auf, sollte die Ursache genauer untersucht werden.

Makro-Infografik: Ameisen auf Spur

Welche Anzeichen deuten auf einen Ameisenbefall hin?

Ein typisches Anzeichen für eine erhöhte Ameisenaktivität sind Ameisenstraßen. Dabei bewegen sich zahlreiche Arbeiterinnen auf wiederkehrenden Wegen zwischen ihrem Nest und einer Nahrungsquelle.

Weitere mögliche Hinweise sind:

  • regelmäßig auftretende Ameisen in Innenräumen,
  • Ameisen an Lebensmitteln oder Tierfutter,
  • sichtbare Laufwege entlang von Wänden und Fußleisten,
  • Aktivität an Fugen, Spalten oder Gebäudekanten,
  • gehäuft auftretende geflügelte Ameisen,
  • wiederkehrendes Auftreten trotz Entfernung einzelner Tiere.

Insbesondere ein dauerhaftes oder wiederkehrendes Auftreten kann darauf hindeuten, dass sich eine Kolonie innerhalb des Gebäudes oder in dessen unmittelbarer Umgebung befindet.

Ameisenstraße an der weißen Fußleiste

Warum kommen Ameisen ins Haus?

Ameisen gelangen vor allem bei der Suche nach Nahrung in Gebäude. Krümel, zuckerhaltige Lebensmittel, Tierfutter und andere leicht erreichbare Nahrungsquellen können bestimmte Ameisenarten anziehen.

Schon kleine Fugen, Ritzen und andere Öffnungen können den Tieren als Zugang dienen. Hat eine Arbeiterin eine geeignete Nahrungsquelle gefunden, können Duftspuren dazu beitragen, dass weitere Ameisen demselben Weg folgen. Dadurch können innerhalb kurzer Zeit deutlich erkennbare Ameisenstraßen entstehen.

Das eigentliche Nest muss sich dabei nicht im Haus befinden. Die Tiere können beispielsweise aus dem Garten, von einer Terrasse, aus Pflasterflächen oder aus Bereichen unmittelbar an der Gebäudefassade kommen.

Wo bauen Ameisen ihre Nester?​​

Der bevorzugte Neststandort unterscheidet sich je nach Ameisenart. Viele Arten legen ihre Nester im Boden oder an geschützten Stellen an. Rund um Gebäude können sich geeignete Bereiche beispielsweise unter Pflastersteinen, Terrassenplatten oder in Spalten befinden.

Auch Hohlräume und andere geschützte Gebäudebereiche können je nach Art als Neststandort infrage kommen. Werden Ameisen innerhalb eines Hauses beobachtet, bedeutet dies deshalb nicht automatisch, dass sich das Nest direkt im betreffenden Raum befindet.

Die sichtbaren Arbeiterinnen können zwischen Nest und Nahrungsquelle längere Wege zurücklegen. Für eine fachgerechte Einschätzung ist es daher sinnvoll, nicht nur die sichtbaren Tiere, sondern auch ihre Laufwege und mögliche Eintrittsstellen zu berücksichtigen.

Ameisenstraße am Hausfundament

Welche Ameisenarten können an Gebäuden auftreten?​

In Deutschland kommen zahlreiche Ameisenarten vor. Sie unterscheiden sich nicht nur in ihrem Aussehen, sondern auch hinsichtlich ihrer Lebensweise, bevorzugten Umgebung und Neststandorte. Für die Einschätzung eines Befalls kann deshalb eine möglichst genaue Bestimmung der Ameisenart wichtig sein.

Schwarze Wegameise

Die Schwarze Wegameise (Lasius niger) ist eine häufig anzutreffende Ameisenart. Ihre Nester können sich unter anderem im Boden, unter Steinen oder Pflasterflächen befinden. Auf der Suche nach Nahrung können Arbeiterinnen auch in Gebäude gelangen.

Makroaufnahme einer Schwarzen Wegameise
Makroaufnahme einer Pharaoameise

Pharaoameise

Die Pharaoameise (Monomorium pharaonis) ist deutlich kleiner und bevorzugt warme Bedingungen. Sie kann insbesondere innerhalb beheizter Gebäude auftreten. Bei einem Verdacht auf Pharaoameisen ist eine genaue Artbestimmung besonders wichtig.

Weitere Ameisenarten

Neben der Schwarzen Wegameise und der Pharaoameise können auch weitere Ameisenarten an oder in Gebäuden auftreten. Sie unterscheiden sich in Größe, Färbung, Lebensweise und bevorzugten Neststandorten. Einige Arten gelangen lediglich auf der Suche nach Nahrung ins Gebäude, während andere geschützte Bereiche als Lebensraum nutzen können.

Da sich verschiedene Arten äußerlich ähneln, ist eine sichere Bestimmung anhand einzelner Tiere nicht immer möglich. Hinweise geben unter anderem Färbung, Größe, Laufwege und Neststandorte. Bei regelmäßigem Auftreten ist eine genaue Artbestimmung wichtig, da sich geeignete Maßnahmen je nach Ameisenart unterscheiden können.

Makro-Kollage vielfältiger Ameisenarten
Ameisen auf Brot in der Küche

Sind Ameisen im Haus gefährlich?

Die meisten heimischen Ameisenarten stellen für Menschen keine unmittelbare Gefahr dar. Dennoch können Ameisen in Innenräumen unerwünscht sein, insbesondere wenn sie regelmäßig Lebensmittel und Vorratsbereiche aufsuchen.

Besondere Aufmerksamkeit ist in hygienisch sensiblen Bereichen sinnvoll. Dazu gehören beispielsweise Küchen, Lebensmittelbetriebe und andere Bereiche, in denen Lebensmittel verarbeitet oder gelagert werden.

Wie ein Auftreten zu bewerten ist, hängt unter anderem von der Ameisenart, der Stärke des Befalls und dem betroffenen Bereich ab.

Was tun bei Ameisen im Haus?

Bei einzelnen Ameisen kann zunächst beobachtet werden, woher die Tiere kommen und welche Bereiche sie aufsuchen. Lebensmittel sollten möglichst verschlossen aufbewahrt, Krümel und Lebensmittelreste entfernt und Tierfutter nicht unnötig lange offen stehen gelassen werden.

Auch mögliche Eintrittsstellen und Laufwege können Hinweise auf die Ursache liefern. Werden Ameisen jedoch regelmäßig oder in größerer Zahl beobachtet, reicht es häufig nicht aus, lediglich die sichtbaren Tiere zu entfernen.

Entscheidend ist dann, die Ameisenart, mögliche Nestbereiche und die Ursache des Auftretens zu bestimmen. Erst auf dieser Grundlage lässt sich beurteilen, welche weiteren Maßnahmen sinnvoll sind.

Ameisenbefall professionell beurteilen lassen

Ameisenbefall professionell beurteilen lassen

Kommen Ameisen immer wieder zurück, treten deutliche Ameisenstraßen auf oder besteht der Verdacht auf ein Nest im oder am Gebäude, kann eine professionelle Beurteilung sinnvoll sein. Die Plümper Schädlingsbekämpfungsservice GmbH & Co. KG unterstützt Sie bei der Einschätzung eines Ameisenbefalls. Dabei können Art, Befallsbereiche und mögliche Ursachen berücksichtigt und geeignete weitere Maßnahmen festgelegt werden. Weitere Informationen finden Sie auf unserer Seite zur professionellen Insektenbekämpfung.
Ameisenbefall professionell beurteilen lassen
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